Seife gießen

Seife selbst gießen macht super Spaß und man hat immer ein nettes Mitbringsel. Es gibt viele Formen, Duftrichtungen und Farben, die man mischen und gießen kann.

Es gibt verschiedene Verfahren, mit denen Seife hergestellt werden kann.

Zum einen ist da das Kaltverfahren. Dieser Vorgang, die Verseifung, dauert allerdings länger. Hierbei werden Fette und Öle mit Lauge bei 40 ° vermischt. Sie verbinden sich zur Seife. In den Fettsäuren steckt Glyzerin. Das wird bei diesem Vorgang freigesetzt, bleibt jedoch in der Seife enthalten. Durch den Glyzeringehalt sind die Seifen sanfter und hautverträglicher. Nach dem die Masse angedickt ist, werden die anderen Zutaten wie Kräuter, Duftstoffe und Überfettungsöle hinzugegeben. Danach muss die Seife 24 Stunden ruhen, damit er schnittfest werden kann. Die eigentliche Arbeit ist nun abgeschlossen. Allerdings muss die Seife jetzt noch reifen, damit sie nicht mehr so reizend für die Haut ist. Beim Reifeprozess baut sich der ph-Wert der Seife ab, Wasser verdunstet und die Seife schrumpft etwas. Dazu muss sie mindestens 4 bis 6 Wochen liegen. Die Überfettungsöle werden zur Seife dazugegeben, um der Seife Vitamine, Mineralstoffe und ähnliches zuzufügen.

Die Herstellung der Seife ist aber nicht so ganz ohne, da man ja mit Natronlauge hantieren muss.

Beim zweiten Verfahren werden die Fette durch heißen Wasserdampf unter hohem Druck in Fettsäuren und Glyzerin gespalten. Das Glyzerin wird für die Herstellung anderer Produkte verwendet und aus den Fettsäuren stellt man dann unter Hinzufügung weiterer Bestandteile die Seife her. Ich habe bisher immer nur mit den im Handel erhältlichen Seifenblöcken gearbeitet, weil die Herstellung nicht aufwendig ist und man die Seife auch mit Kindern gießen kann. Deshalb gehe ich auf dieser Seite nur darauf ein. Sollte sich jemand für die beiden obigen Verfahren interessieren, stehen einige Links in selbiger Rubrik. Diese Seifenblöcke sind meist transparent oder opak (milchig). Weiter benötigt man noch Seifenfarbe und Duftstoffe. Farbtöne kann man in kleinen Fläschchen kaufen. Man kann aber auch Naturfarben nehmen. Eigentlich ist es wie beim Eier färben zu Ostern. Spinat fürs grün, Möhren fürs orange, Paprika fürs helle rot, Curry fürs gelb, ...

Die Farbdosierung muss man allerdings testen, sie variiert je nach Konzentration der Farbe. Duftstoffe sind auch erhältlich. Allerdings bekommt man im Bastelgeschäft nur synthetische Duftstoffe. Man kann aber auch ätherische Öle nehmen. Auch hier muss man die Dosierung ausprobieren. Außerdem können noch Zutaten für ein Hautpeeling hinzugefügt werden. Dazu eignen sich Algen, Salz oder Sand. Der Sand muss aber gereinigt sein. Quarzsand ist bestimmt auch gut geeignet, das habe ich aber noch nicht ausprobiert. Ansonsten kann alles zur Seife gegeben werden, wonach einem gerade ist. Kräuter, Blumen, Öle, ...

Vieles kann auch eingegossen werden, wie Perlen, Wico Bilder, Servietten, Glitzer, Glaseingießteile, ... Die Liste ist unendlich erweiterbar. Jetzt komme ich zum weiteren Zubehör. Man benötigt einen Topf, saubere Konservendosen, Topflappen (-handschuhe), Löffel, Gießform (dazu eignen sich alle Gefäße, wie z. B. Joghurtbecher, Keksformen, …), Farbe, Duftstoff, Eingießteile, Zeitungen, Glyzerinseife, Messer, ...

Den Topf mit etwas Wasser auf den Herd stellen und auf kleiner Stufe warm werden lassen. Dann die benötigte Seifenmenge vom Block abhobeln und in eine Konservendose geben. Die Konservendose stellt man dann in das Wasserbad. Die Seife sollte nicht zu heiß werden und kochen, sondern nur schmelzen. Lieber etwas langsamer auflösen, als dass es hinterher Unfälle gibt. Vor allem bei der Arbeit mit Kindern ist das wichtig. Ist die Seife dann geschmolzen, rührt man vorsichtig (sonst gibt es Blasen) die Farbe und den Duft unter. Die Dose mit dem Topflappen aus dem Topf nehmen und etwas auskühlen lassen. Dann einfach in die vorbereitete Form füllen. Die Seife muss jetzt ganz auskühlen bis sie erstarrt ist. Um diesen Vorgang etwas zu beschleunigen, kann man die befüllte Form in den Kühlschrank stellen. Dabei sollte aber beachtet werden, dass die Form ganz gerade steht, am besten also auf der Glasplatte unten.

In dem Fall ist die Seife nach ca. 25 bis 30 Minuten (bei kleinen, flachen Formen, wie z. B. Kapitän Blaubär) völlig erstarrt und kann nun aus der Form gedrückt werden. Wenn man die Form etwas zu hoch befüllt hat, können unschöne Kanten entstanden sein. Diese kann man mit einem Schälmesser o. ä. vorsichtig glätten.